Auch da hat er seine Rolle wohl etwas zu stark gespielt, wodurch sein Tweet (eigentlich wars ja bewusst nur ein Reply, um die Reichweite klein zu halten) durch die Decke ging. Dumm gelaufen.
Auch da hat er seine Rolle wohl etwas zu stark gespielt, wodurch sein Tweet (eigentlich wars ja bewusst nur ein Reply, um die Reichweite klein zu halten) durch die Decke ging. Dumm gelaufen.
Ich vermute, er wollte den Backlash einfangen, indem er schonungslos offen die Kritik seiner Exfreundin antizpiert und sich als reflektieren, lernfähigen Mann darstellt.
Letzter Take, bevors hier zu edgy wird: Das Paradoxe an der Sache ist ja, dass Hotzo mit seiner Entschuldigung vermutlich selbst übers Ziel hinaus geschossen ist. Zumindest gemessen an dem, was er (wahrscheinlich) bezwecken wollte.
Seine Tweets sind ein Ablenkungsmanöver - und jetzt wissen wir auch, wovon.
Um von einer eigenen Unsicherheit abzulenken, eine Schwäche zu kaschieren oder einen Fehler zu vertuschen.
Genau das ist es, was ich an El Hotzo so schwierig finde. Er prangert an, ohne selbst Stellung zu beziehen oder sich im Koordinatensystem der Werte zu verorten.
Wer andere an unrealistischen Standards misst und von ihnen 200% erwartet, keinen Widerspruch zulässt und keine 'gleichzeitigen Wahrheiten' akzeptiert, tut das meist nicht, weil er*sie von dieser Sache so überzeugt ist, sondern um etwas zu kompensieren.
Auch seine Begegnung mit Luke Mockridge kann man rückblickend wohl als einen performativen Akt betrachten.
In den vergangenen Jahren hab ich (u.a. an mir selbst) gelernt, dass zu viel Perfektionismus nicht unbedingt gesund ist.
Der Trump-Joke war genau das. Der Joke war nicht besonders reflektiert, intelligent oder witzig, aber er hat was über hotzo offenbart: nämlich dass er sich so hart von Faschismus abgrenzen will, dass er versehentlich politischen Extremismus gutheißt. Ups.
Edgy sein bedeutet, übers Ziel hinausschießen. Man will sich von einem Extrem so hart abgrenzen, dass man in ein anderes Extrem abdriftet - bewusst oder unbewusst.
Zurück zum Hotz.
Was mich immer schon an seinen Tweets genervt hat, ist, dass er nie die Maske fallen lässt. Er gibt sich unfehlbar. In seinen Tweets äußert er meist eine Wertvorstellungen und steigert sich zu 200% hinein. Er ist die Personifikation des Edgelords.
(Ich persönlich denk zb inzwischen 3x nach bevor ich was Feministisches teile, weil ich Angst hab, dass man mir dann genau das unterstellt, ODER mich als Positivbeispiel heranzieht, quasi als 'men-token'. Wenn jemand weiß, wie man da wieder raus kommt, give me a call, aber ich komm vom Thema ab).
Dieses Virtue Signaling à la lackierte Fingernägel von Lars Eidinger und "I'M A FEMINIST"-Shirts ist seit jeher komplett affig und in den letzten Jahren wurde es leider immer schlimmer.
Ein paar Gedanken zur Causa #ElHotzo ... 🧵
Zunächst: Dass sexistisches Verhalten auch unter linken Männern existiert, ist wirklich nichts Neues und sollte eigentlich niemandem mehr überraschen.