... So ist die suggestive Gegenwärtigkeit der Sieger im Vorteil, weil das, was in der Zukunft liegt, demgegenüber ein unbestimmtes Element möglicher Gestaltung ist, aber die Gegenwartsrealität nicht berührt.«
... So ist die suggestive Gegenwärtigkeit der Sieger im Vorteil, weil das, was in der Zukunft liegt, demgegenüber ein unbestimmtes Element möglicher Gestaltung ist, aber die Gegenwartsrealität nicht berührt.«
Negt über Wirklichkeitsspaltung (im Rückgriff auf Christian Meiers Res Publica Amissa): »Zwei Wirklichkeiten bilden sich in einer gesellschaftlichen Umbruchsituation heraus, welche die individuelle Urteilskraft aufs Höchste anspannen. ...
Just published…
Tobias Dias, @routhier.bsky.social, and I have edited a special issue of the Nordic Journal of Aesthetics on ‘Marxist Aesthetics’ with a suite of excellent contributions by Hannah Black, Mikkel Bolt, Tobias Dias, Tobias Ertl, E.C. Feiss, Jackqueline Frost, Seb B. Grossmann …
Im Fall von Anwesenheit der Tippenden ist es sogar noch mehr als Mündlichkeit, nämlich Kooperation. Heide Sommer beschreibt »ein stilles Einvernehmen über Sprachgefühl, über die Qualität von Sätzen, Absätzen und Artikeln«. Ähnlich Bei Olbrich + Negt/Kluge. www.merkur-zeitschrift.de/artikel/zum-...
New OA-book!
Often cited, rarely explained, never applied—Arendt’s ‘space of appearance’ reinterpreted as a framework for the humanities.
If you’re interested in a copy, send a message!
Edited by @muehlenstein.bsky.social and me, featuring a text by @buckmorss.bsky.social.
tinyurl.com/wj2h9hx2
Ausschnitt aus einer Mail: »Sehr geehrte Mitarbeitende der Goethe-Universität Frankfurt, wir möchten Sle freundlich an unsere kurze Befragung im Rahmen des Projekts "Befragungssysteme" erinnern. Ihre Rückmeldung ist von großer Bedeutung, damit wir unsere Angebote (Beratungen, Qualifizierungen, Informationen zu Datenschutz) optimal an die Bedürfnisse Ihrer Einrichtung, Ihres Instituts und an ihre persönlichen Anforderungen anpassen können. Die Telinahme dauert nur ca. 5 Minuten und Ist freiwillig.«
›Reflexive Moderne‹.
/ will do
was working on a text on him and Stifter a while ago, but Hölderlin might do the trick
Poster für Vortrag: Kritische Einführungswochen, Sa, 15.11. – Locked Inside the Escape Room? Vibes, Genres & Internetnischen. Julius Schwarzwälder, 10:15–11:45 Hörsaalzentrum HZ 3.
Wer nächsten Samstag noch nichts vorhat und in Frankfurt ist: Ich gebe einen kleinen Input bei den Kritischen Einführungswochen des asta. Diskutiert wird u.a. das Genre ›Escape Room‹. Beschreibung zu dieser wie vielen weiteren Veranstaltungen findet sich hier: asta-frankfurt.de/mitmachen/kr...
Umso bemerkenswerter, wie direkt er den Vorschlag von Dati abschmettert. Mit Blick auf deren Aufgeschlossenheit hinsichtlich der Gegenvorschläge ist womöglich vielsagend, dass das ministère de la culture auf die Fragen von Le Monde keine Auskunft geben möchte. (archive.is/k3BVv#select...)
but Stamp, from the quote you give, seems to go more in the direction of a democratic Volkskörper, too, no? res publica sana in corpore sano, so to speak.
cf. chapter five in Till van Rahden‘s www.campus.de/uploads/tx_c... who picks on Kracauer‘s usage, and also this piece by Rainer Hank www.faz.net/aktuell/wirt.... iirc he opines: rich people have private pools, so they are not to be seen at public pools. such a peculiar and weirdly enduring trope!
»The “normative listener” doesn’t have a particular consistent identity, the way one might have belonged to a subculture or modeled oneself after a particular type in the late 20th century.« Man muss kein Faschist sein, um faschistisch zu denken/konsumieren. Aber bin unsicher, ob das neu das wäre?
Ich finde da (neben anderen Texten von Press-Reynolds) wenige Texte so hilfreich wie diesen von @robhorning.bsky.social: reallifemag.com/i-write-the-....
Zur Medienspezifik – da muss ich gerade auch nachdenken. Vielleicht spielt da die Auflösung von subkulturellen Bezirken (die tendenziell immer klar abgeschottet waren) eine Rolle, wodurch solche Übertragungen und Durchmischungen einfach schneller und unbemerkter ablaufen.
Ja, bestimmt! Also erst einmal finde ich es sehr einleuchtend, dass Spaß/Ernst oder puerile Häme/eiskalte Gewaltbereitschaft keine prinzipielle Gabelung sind, sondern sich hier kreuzen, das eine vielleicht durch das andere goutierbar gemacht wird.
analytischer uptake wäre dann: brainrot/tiktok ist keine böse maschine, in der sich aus allem faschismus machen lässt. weil das nämlich mit manchen sachen besser geht als anderen, auch wenn die ›an sich‹ gar nicht darauf ausgelegt sind. disposition genügt, um in edit-culture gecaptured zu werden.
fans reagieren mit raunen und epiphanie-bekundungen (»aura unmatched«). was ja auch spaß machen kann! aber eben auch eine hohe anschlussfähigkeit an andere esoterismen bietet, wie Press-Reynolds feststellt. es ist also nicht bloßer zufall, dass diese lore-welten fusionieren.
dann kriegt man auch eher das ikonographische matching in den blick. agartha besticht durch okklusion, geheimwissen. genauso ist die ganze joeyy-persona auf esoterik aufgebaut. zeigt sich sinnfällig bei seinem on the radar-freestyle: www.youtube.com/watch?v=kdp-...
vielleicht: dass solche normalisierungsschübe weniger an stilfragen hängen, sondern eher an der vereinnahmung bedeutungsoffener pop-ikonen. brainrot als genre wäre dann nicht ›der‹ auslöser, sondern eher katalysator oder container für den von Press-Reynolds (sehr gut!) beschrieben prozess.
(in den kommentaren auch schon nostalgisch als »old gen agartha edit« historisiert)
toller text – ich glaube aber, dass der normalisierungsshift sich eher entlang der motivik als an der machart der clips vollzogen hat, die jetzt einfach mehr netpopkulturelle elemente enthalten. quickcut-edits gab es schon vor der wahl, nur viel thedonald-lastiger: vm.tiktok.com/ZNdjBCKea/
Findet sich, neben anderen tollen Beiträgen zum Thema ›digitale Genres‹, alles hier: journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/kb...
Ein Zentrum, das man etwa an Bestsellerlisten, Feuilleton-Rezensionen oder stabilen Identitätstypen einzelner Subkulturen (Punker, Rocker, im weiteren Sinn auch Nerds, Jocks) ausmachen würde, gibt es hingegen nicht. 3° Eher wird jede Nutzerin sich selbst - als dasjenige, was auf den Bildschirm blickt - als ein Zentrum an sich präsentiert, dessen Selbst sich in verschiedene Nischen hinein erstreckt. Oder, nach dem Modell eines ästhetischen Omnivorismus, in bestimmte Teile dieser Nischen: ‹ Ich höre von allem ein bisschen, bis auf Metal›.3 Die ‹ Form› von Bildfolge und impliziter Betrachter:in entsprechen dabei einander, wie Rob Horning unter Rekurs auf den Deleuzebegriff dividuel kritisch ausgeführt hat: «Just as pieces of content are broken down into component parts, so are the consumers.»32 Wichtiger, als ein Selbst zu ‹ haben›, ist es, immer wieder neue maschenartige Nischen und Interessen zu finden, in die man reinfallen kann oder auch nur könnte. Der suspense des Scrol-lens besteht in der Suspension einer fixen Identität, dessen flimmernde Fluchtlinien von den «reference points for the ‹ genre of you›» angedeutet werden.3 Wer ‹ ich › bin und sein kann, das entscheidet sich immer wieder neu entlang der Angebote, die ‹ mir › beim Scrollen gemacht werden. TikTok schlägt dabei Kapital aus den von «long tail»-Verteilungen gekennzeichneten kulturellen Marktverhältnissen - also solchen, in denen der Großteil des Umsatzes nicht mehr von wenigen Bestsellern, sondern von einer Horde an Nischen-produkten generiert wird -, indem die Chartstürmer: innen zugunsten der den Mikro-genres entwachsenden Mikro- bis Mesoprominenzen in den Hintergrund treten. 35 Daher rührt das Ausbleiben von Bemühungen darum, ein Nutzer inneninteresse dahingehend anzuregen, beim ‹ one big thing› dabei sein zu wollen. Intensität wird nicht durch Ballung, sondern durch Vielfalt und Tiefe der Nischen erzeugt. [...]
Ein paar Gedanken hierzu (mit Blicken auf #corecore, ›that one guy’s fyp‹, Vibes, Spotify, SoundCloud und Netflix) habe ich in der neuen Ausgabe der kritischen berichte aufgeschrieben, unter dem Titel: »Verlaufende Verbindlichkeit. Mikrogenres auf Tiktok«.
Reingefallen! Mikrogenres als Maschen Die schlüssigste Antwort auf die Frage, wer oder was die tatsächlich stattfindenden Orientierungsprozesse auf TikTok bewerkstelligt, hat meiner Ansicht nach der Plattform- und Medienforscher Jake Pitre gegeben: TikTok ist eine Genreproduk-tionsmaschine sondergleichen. Für den Orakeleffekt zeichneten sich demnach in erster Linie nicht hyperoptimierte Rechen- und Codingleistungen verantwortlich, sondern «the cultivation of genres that apprehend organic (or artifical - it hardly matters) trends and [turn] them into stories with particular, but diffuse, audiences to target.» Das funktioniert über die Bildung verschiedener Serialitätsformen, die dann in einen Gemeinsinn überlaufen, der seine Serien und ‹ sich› kennt: «TikTok ‹ knows› you only to the extent that it is able to place you as a possible audience member for one of the genres it has cultivated.» 23
Aber stimmt das? Ich bin da skeptisch. Eher wandelt sich die Funktion dessen, was Genres im Plattformkapitalismus leisten können und sollen. Verstehen kann das, wer sich TikTok-Mikrogenres anschaut. Dann wird ersichtlich: Es sind nicht bloß bessere oder perfidere Codes, die den Unterschied machen.
Die Produktion von Projektionsparzellen im Digitalzeitalter Es klingt fast wie ein Widerspruch in sich - kann und sollte man bei Mikrogenres denn wirklich noch von Genres reden? Denn wenn alles maximal ‹ mikro› ist, wo könnte man dann noch einen überindividuellen Horizont ausmachen, innerhalb dessen sich «Erwartungserwartungen»13 einpegeln, Gestaltungsansprüche artiku-lieren, und das jeweilige aptum und decorum einfordern ließen?
Hinsichtlich des politischen Diskurses kreist diese Debatte um Begriffe wie ›Filterblasen‹ und ›Alternativfakten‹, das ist bekannt. Neuerdings wird aber auch beklagt, dass Kunst und Kultur die Digitalisierung nicht ohne Verluste überstehen würden, zum Opfer fielen etwa Genres und Sub-Kulturen.
Das algorithmische Orakel und die Verteilung seiner Interessengemeinschaften Um ‹ den Algorithmus›, wie der Videodistributionsmechanismus ehrfürchtig genannt wird, kommt man bei Diskussionen und Gesprächen zu TikTok nicht herum. Ohne als ‹ etwas› in Erscheinung zu treten, ist er das Alleroffensichtlichste an der App, dasjenige, das in der Nutzer innenerfahrung den Unterschied zu allen anderen (sozialen) Medienformaten markiert. Kein Aspekt an TikTok ist so mythenumrankt wie er. Der Sachverhalt ist im Grund einfach umschreibbar: TikTok ist nur bedingt ein ‹ Netzwerk».* Anstatt dass Nutzerinnen bewusst aussuchen, was sie zu sehen bekommen - durch das Befreunden von Bekanntschaften auf Facebook oder das Abonnieren von Youtube-Kanälen, deren Posts und Videos sie zugespielt bekommen -, wird ihnen auf der For You-Page, die beim Öffnen der App ungefragt und unmittelbar lossprudelt, das gezeigt, was TikTok für sie ausgesucht hat. Wer wem folgt ist hierbei eher nachrangig. Die (mitunter mühsame) Aufgabe der Programmauswahl wirkt wie wegrationalisiert, ausgesourct an eine ominöse Kurationsmaschine, die, im Stil eines despotisme éclairé, die Unmöglichkeit der Einsichtnahme in ihre Machenschaften mit der Qualität ihres Outputs rechtfertigt.
It’s not (just) the algorithm, stupid!
Wenn es um TikTok geht, geht es immer auch um ›den‹ Algorithmus. Oft fällt dabei die Diagnose, dass die algorithmisch herbeigeführte Fragmentierung der Öffentlichkeit dazu führt, dass allerlei Formen an Verbindlichkeit vergehen.
vielen dank!
die philosophie des geldes und die vorarbeiten der 90er-jahre (geld als »allgemeine lebensform«, die sich »über die Fluktuation der Persönlichkeiten [erhebt]«). ›Leben‹ als »Immanenz seiner Transzendenz« (Karafyllis), geld als form-generator wäre aber auch da schon vorhanden, nicht erst in konflikt.
wo ist denn die stelle zu finden? und: hat Kracauer Simmel (genauer) gelesen? hat damals ja eigentlich fast niemand nicht. klingt ein bisschen nach kritischer synthese, vielleicht anlässlich von konflikt der kultur (1918, ›Leben‹ als »zentralbegriff«, »heimlicher könig der epoche«) mit blick auf