Jede:r von uns hat ja andere Hobbys am Sonntag morgen…
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wie man rein formal das Absolute als Wahres und Gutes (wo ist eigentlich das Schöne?) als Gegenstand der Ethik fasst. Als Materialethiker muss ich da dann doch eher schmunzeln.
Beim Fortschritt wäre ich ja –zB. gegen Leute wie Markus Gabriel – noch bei Rödl. Aber dass es weder Ethiker:inne noch ethische Theorie gibt, dass ist einfach performativer Unsinn. Dass kann nur so lange einen minimalen Wahrheitsgehalt beanspruchen,
Wäre wahr was Rödl über die Ethik sagt, also dass es keine Expert:innen oder einen Erkenntnisfortschritt gibt, dann gebe es auch keine Germanist:innen, Historiker:innen und schon gar keine Jurist:innen.
ist schon ein merkwürdiger Gedanke, erfordert er doch einen sehr naturalistisch/scientistischen Begriff von Erkenntnisfortschritt und Expertise.
Das philosophische Projekt das Absolute als das Gute und Wahre zu interpretieren, finde ich erst einmal spannend.
Nur weil es keine „eindeutige“ Wahrheit gibt (die gibt es ja in manchen Teilen der Physik ja aber auch nicht) zu folgern, dass es weder Experten noch einen Forschungsstand gibt,
Rödl versteckt sich meiner Meinung nach sehr hinter seiner doch recht gewollt ans 19. Jahrhundert erinnernde Sprache und zirkelt sich so hin und her zwischen dem Guten, dem Bösen und der reinen Subjektivität.
Finde gerade den Anfang eher etwas schräg. Als Ethiker muss ich doch sagen: Gut und Böse sind vermutlich auch gar nicht die zentralen Begriffe moderne Ethik. Es sind - und da bin ich dann auch eben Theologe - eher theologische Begriffe. Und doch zu denen gibt es einen Forschungsstand…
Sebastian Rödl „Gut und Böse. Eine dialektische Ethik“
„Dass es hier keine Wissenschaft gibt, keine Experten und keinen Stand der Forschung."
„Es gibt keine Ethiker"
Schon ein steiler Take für ein Buch auf dessen Cover „Ethik" steht...
Bin bei beidem dabei!
Friedensethik zwischen Recht und Moral: Kann Krieg rechtens sein und rechtmäßig geführt werden? @ljohrendt.bsky.social klärt in seinem Text über das Recht zum Krieg, im Krieg und nach dem Krieg auf.
Das ist übrigens weit über die Grenzen der evangelischen Ethik oder Kirche hinaus relevant. Was @ljohrendt.bsky.social hier erklärt, geht in deutschen Debatten über #Ukraine, #Russland und #Zeitenwende immer wieder unter.
Wer hat ein Recht zum Krieg? Und wenn ja, unter welchen Umständen? In der Eule schreibt @ljohrendt.bsky.social über Recht und Ethik bzgl. des Krieges. Eine gute Hinleitung zur neuen Friedensdenkschrift der EKD, die am Montag veröffentlicht wird:
Ich freue mich ebenso!
Neben NBI und KönzgenHaus organisiert die Veranstaltung Clemens Wustmans @itsmrwu.bsky.social Und auf dem Abendpodium freuen wir uns unter anderem auf @ljohrendt.bsky.social
Das NBI lädt zur Tagung zum Thema "Kirchliches #Boden- und #Immobilieneigentum in gesellschaftliche Verantwortung" ins #KönzgenHaus nach Haltern am See.
19.-20-02 und Anmeldung noch bis zum 15.12.
www.koenzgenhaus.de/seminare/ver...
Mitgefühl für seine Familie ist nochmal etwas ganz anderes. Da bin ich bei dir!
Aber Mitgefühl (compassion) ist mir hier wirklich fremd. Ich kann und will nicht um jemanden trauern, der mich selbst am liebsten vernichten wollte.
Ja auf jeden Fall. Würde sogar sagen: man muss.
Die Feindesliebe als Gebot kann schwerlich ein Gefühl meinen. Gefühle kann auch Gott nicht gebieten. Hier geht es viel mehr um ein Anerkennungsverhältnis. Wir sollen selbst unsere Feinde als freie und gleiche anerkennen. Sie in ihrer Würde achten.
Danke @janskudlarek.bsky.social für deinen Text! In vielem stimme ich dir zu! In einem aber entschieden nicht:
Als queerer Mann kann ich kein Mitgefühl für Kirk empfinden. Aber ich heisse seinen Tod nicht gut. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Wenn du magst können wir gern mal darüber diskutieren, gern auch als Text oder so 👍
Oder um mit Judith Butler zu sprechen: alles Leben sollte betrauerbar sein. Ich würde ergänzen, so lange nicht alles Leben betrauert wird, darf niemand von den Opfern verlangen ihre Täter zu betrauern. Empathie und politische Aktion sind daher zu trennen.
Als queerer Mann, als jemand dessen Community Kirk angriff, herabwürdigte und bekämpfte, kann ich für seinen Tod kein Mitgefühl empfinden. Nicht mit einem Täter, der Menschen wie mir täglich Gewalt antat. Aber ich heiße seinen Tod nicht gut. Mord kann kein Mittel des politischen Kampfes sein.
Danke für deinen Text! Ich kann dir in ganz vielem zustimmen. In einem würde ich dir aber - gerade aus der Sicht und Perspektive der Ethik - widersprechen:
Mitgefühl haben ist etwas kategorisch anderes als „den Tod eines Menschen gut heißen“.
Tagungsplakat
Ja ich freu mich schon sehr auf unsere Tagung „Woke und Wehrhaft. Queere Lebenswirklichkeiten in der Bundeswehr“ nächste Woche an der HSU/Uni BW HH.
Programm: https://www.kritischetage.de/
Mein Panel: https://www.kritischetage.de/
Herzliche Einladung zu den Kritischen Tagen!
www.kritischetage.de
Dass Gemeinden solche Rechte und die Verantwortung für zB. das kirchliche Arbeitsrecht abgeben kann durchaus sinnvoll sein. Aber dieser Schritt sollte von den Gemeinden ausgehen und nicht qua Antrag an den Staat durch die Landeskirche erfolgen.
Am Status der KdÖR hängen ja weitgehende Rechte – etwa Rechtsfähigkeit, Begründung von Arbeitsverhältnissen und co – diese den Gemeinden zu nehmen, erscheint doch wenig sinnvoll.
Rechtliche Verpflichtungen des Staates erwachsen daraus ja erst einmal nicht.