Auch Kindergärtner müssen manchmal streng sein.
Auch Kindergärtner müssen manchmal streng sein.
Es sollte natürlich in einer angstfreien Atmosphäre geschehen. - Es sollte normal sein, dass Kinder Fehler machen und dann verbessert werden. Eltern, Lehrer und Kinder sollten keine Angst vor Fehlern haben. Fehler sollten keine katastrophalen Konsequenzen haben.
Bei komplexen Sätzen sind solche Wörter aber wichtig. Auch Endungen werden gerne weggelassen. Sie sind aber ebenfalls fürs Verstehen wichtig, und zweitens sind sie wichtig, wenn man selbst korrekt schreiben möchte.
Vorlesen erlaubt, Fehler bei den Kleinigkeiten zu erkennen und zu verbessern.
Die Lesefähigkeit wird mit einfachen Fragen getestet: "Ist ein Ball rund"? Außerdem geht es um Schnelligkeit. Solche Tests verleiten die Kinder allerdings dazu, sich auf Wörter wie"rund" und"Ball" zu beschränken und die kleineren Wörter wie "ein" oder "ist" wegzulassen.
Es kann auch einen Schritt auf dem Weg zum Erwachsensein darstellen: "Als ich klein war, wurde mir vorgelesen, jetzt lesen wir uns gegenseitig vor."
Auch das "Hamburger Vorleseband", das sehr erfolgreich ist, enthält eine Methode, bei der vorgelesen wird, nämlich das Training im Tandem.
In der Familie sollte die Atmosphäre so sein, dass das Kind keine Angst hat, sich zu blamieren, weil es zu langsam ist oder Fehler macht. Eltern sollten viel loben und Geduld haben und sich über Fortschritte freuen. Natürlich sollten Eltern mit Kindern auch über das Gelesene sprechen.
Ich kenne auch das Phänomen, dass Kinder Sätze wundervoll betont vorlesen, aber nicht verstehen. Manchmal denke ich: "Hey, das ist eine Matheaufgabe, kein Theaterstück."
Aber auch Eltern vor dem Vorlesen zu warnen, heißt, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Ich verstehe einen Teil der Argumente, vor allem allem die gegen das Reihum-Vorlesen, wo jedes Kind einen Satz oder Abschnitt liest. Es kann mit Angst besetzt sein, und Kinder finden Wege, sich zu drücken, indem sie nicht mitlesen, sondern sich auf ihren Satz konzentrieren.
Wieder eine Maßnahme, bei der ich mit mir an den Kopf greife. Meine Erinnerung ist die, dass für uns als Kinder in der Grundschule Lesen zunächst "laut Lesen" bedeutete. Erst nach einer Weile verstanden wir, dass es reicht, wenn man die Wörter im Kopf hört, und dass man sie nicht aussprechen muss.
Ich möchte ergänzen: Die Chancengleichheit hat sich auch verschlimmert. Methoden, die es Kindern angeblich leichter machen sollen, haben möglicherweise auch die Ungleichheit verstärkt.
Der dritte Punkt spricht die Reformen an, die es in den letzten fünfzig Jahren gab. Angeblich ist der Unterricht in der Grundschule aufgrund verbesserter Didaktik und Unterrichtsmethoden immer besser geworden, aber die Leistungen sinken trotzdem. Da passt doch etwas nicht.
(Ich habe zur Zeit übrigens einen Siebtklässler aus der Realschule mit Migrationshintergrund, der es sehr gut kann. Seine Mutter hat ihm das kleine Einmaleins beigebracht und wahrscheinlich auch, dass Rechnen das Anwenden von Algorithmen bedeutet.)
Ob dies das System gerechter macht, weiß ich nicht. Gerade Eltern ohne Abitur haben Mathematik oft als Anwenden von Algorithmen erlebt. Für Eltern aus anderen Ländern, wo noch ohne Taschenrechner gearbeitet wird, gilt dies in noch stärkerem Maße.
Verlagerung ins gegliederte Schulsystem bedeutet auch, dass das Thema nicht von Grundschullehrkräften, sondern von solchen mit Ausbildung für Gymnasien oder Realschulen oder Hauptschulen übernommen wird.
Es heißt vor allem, dass es für die Gymnasialempfehlung nicht relevant ist.
Das gilt gerade für Grundschulkinder. Sie vergleichen sich mit Kindern, die aus dem Elternhaus viel bessere Voraussetzungen mitbringen und ziehen den Schluss: "Ich bin dumm", weil sie es nicht durchschauen. Ältere Kinder können sich sagen: "Dann muss ich mich eben anstrengen."
Punkt 2 und 3 sind interessant.
Die Verlagerung ins gegliederte Schulsystem bedeutet, dass Starke die Schwächeren nicht mitziehen können. Ich weiß nicht, wie stark das in unseren Schulen passiert. Manchmal werden Kinder frustriert, weil sie sich an unerreichbaren Maßstäben messen.
Meine Lokalzeitung schreibt einen vernünftigen Kommentar zum Thema schriftliches Dividieren.
1. Die Verlagerung von der vierten in die fünfte Klasse ist kein Thema für einen Kulturkampf.
2. Die Verlagerung ist eine ins gegliederte Schulsystem.
3. Man sollte sich die Reformen generell ansehen
Wahrscheinlich zeigt die Diskussion, dass viele Menschen sich vorstellen können, es abzuschaffen. Die Streichung von Kommazahlen bei Längen und Gewichten wird nicht diskutiert, weil da klar ist, dass das Thema nicht gestrichen, sondern verschoben wird.
Die Debatte ums schriftliche Dividieren geht weiter. Sie ist größtenteils irrational, weil so getan wird, als würde es komplett aus dem Lehrplan gestrichen, dabei wird es nur in die fünfte Klasse verschoben.
Geld, Längen- und Gewichtsmaße bis jetzt in Niedersachsen. Allein schon, weil es Alltagswissen ist, sollte es unterrichtet werden. Die Frage ist, ob man es in die weiterführenden Schulen verschiebt. Wenn bei uns nicht nach der vierten Klasse getrennt würde, wäre es keine Diskussion wert.
Noch einmal schriftliches Dividieren. Zentrale Information: Das Thema wird in die fünften Klassen verschoben. Als ob es dort als etwas anderes als ein Rechenverfahren gelehrt würde. Aber vielleicht können die Lehrkräfte an weiterführenden Schulen erklären, warum es funktioniert.
Habe nur die Überschrift gelesen. Ist das wirklich die Süddeutsche und nicht der Postillon?
Ich schreibe jetzt natürlich aus der Perspektive von jemandem, dem das leicht fiel. Was war früher mit denen, die angehängt wurden? Waren das mehr als heute? Kümmert sich die Didaktik heute mehr darum, den Kindern, die nicht so gut sind, Verständnis zu vermitteln? Ich weiß es nicht...
Es wäre schön, wenn man es diesen Kindern dann auch beibringt.
5. Mehr Zeit für andere Dinge: Man kann auch durch die halbschriftlichen Verfahren Zeit verlieren. Wir haben doch auch Textaufgaben und sogar Mengenlehre gelernt. Mengenlehre ist abgeschafft, dafür kommen jetzt Wahrscheinlichkeiten.
Idealerweise würde man sie nutzen, um eine Basis für das Verständnis der effektiveren schriftlichen Verfahren zu legen. Ebenso sind sie die Basis des eigentlichen Kopfrechnens.
4. Wenn man schriftliches Addieren, Subtrahieren und Multiplizieren unterrichte, werden Kinder nach der Division fragen.
Es stimmt natürlich, dass das Verständnis des Dezimalsystems Voraussetzung, nicht Folge ist, aber beim Anwenden wird das Verständnis vertieft.
3. Auch die halbschriftlichen Verfahren werden meiner Beobachtung nach in der Grundschule teilweise eingedrillt und bis zum Erbrechen geübt.
Man spart Zeit, die man für das Verständnis der Textaufgaben nutzen kann. Das gilt auch für das schriftliche Dividieren, wenn man es erst einmal kann, insbesondere, wenn die Zahlen größer werden.
2. Die schriftlichen Verfahren fördern idealerweise das Verständnis des Dezimalsystems.
Jetzt die Argumente, die für die schriftlichen Verfahren und speziell auch für das schriftliche Dividieren sprechen:
1. Wenn man keinen Taschenrechner hat, zum Beispiel, weil Taschenrechner in der Grundschule verboten sind, sind sie schneller als die halbschriftlichen Verfahren.
In solchen Situationen habe ich auch manchmal gedacht, dass ich sie gerne selbst abschaffen würde. Wenn ich sage: "ohne Taschenrechner" meine ich "im Kopf", nicht auf Papier. Manchmal wiederhole ich die halbschriftlichen Verfahren, um zu zeigen, wie man im Kopf rechnet.
Aber mit Taschenrechner ist das nicht mehr relevant. Wichtiger ist das Verständnis der Rechenoperationen und des Dezimalsystems.
Ich habe mit Kindern und Jugendlichen aus der Sekundarstufe I zu tun und erlebe immer wieder, dass die schriftlichen Verfahren ohne Sinn und Verstand angewandt werden.